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Stephen Hawking: Übers Universum und das Leben

Stephen Hawking (8.1. 1942 – 14.3. 2018) war ein außergewöhnlicher Mensch. Außergewöhnlich waren sein wissenschaftliches Genie, seine Einsichten über das Universum, die Physik und sein Versuch, den „großen Plan“ hinter der Entstehung der Welt auf wissenschaftliche Weise zu ergründen.

 

Noch außergewöhnlicher war allerdings sein Umgang mit seiner Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), die die Muskeln des Körpers mehr und mehr lähmt. ALS wurde bei Hawking 1963 diagnostiziert, da war er gerade 21 Jahre alt und die Ärzte gaben ihm noch ein paar Jahre. Ab 1985 konnte er nicht mehr sprechen. Stephen Hawking wurde trotz dieser schweren Krankheit unglaubliche 76 Jahre alt und füllte sein gesamtes Leben mit großartiger wissenschaftlicher Arbeit und spannenden Erkenntnissen über die Welt.

 

Detail am Rande: Hawking spielte als Gast in der Big Bang Theory mit – die Folge ist die 21. der fünften Staffel und heißt The Hawking Excitation (deutsch: Noch so ein Weichei). Sehenswert!

 

Ich selbst war immer ein Hawking-Fan. Ich habe seine Arbeit bewundert und noch mehr seinen unbändigen Lebenswillen, der aus der Prognose „ein paar Jahre noch“ die Tatsache „ein paar Jahrzehnte noch“ machte.

Ich habe vier Bücher von Stephen Hawking gelesen, das erste schon irgendwann in den 90er-Jahren:

 

In "Eine kurze Geschichte der Zeit" sein Bestseller mit den Varianten „Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit“ und Hawkings letzte Überarbeitung „Die kürzeste Geschichte der Zeit“ habe ich zum ersten Mal gelernt und verstanden, dass die Zeit langsamer vergeht, wenn man sich bewegt (das ist natürlich sehr vereinfacht gesagt) und wie die Gravitation funktioniert. Ich war völlig fasziniert von diesen Ergebnissen und bin seither ein begeisterter Fan der Relativitätstheorie (deren Aussagen das sind) – ich habe Dutzende Bücher dazu gelesen und bin jedes Mal wieder gefangen.

 

Als nächstes las ich "Das Universum in der Nussschale". Hier geht es zum Beispiel um die Form der Zeit, schwarze Löcher (eines der Steckenpferde von Hawking), Zeitreisen und die Frage, ob Star Trek möglich ist.

 

"Der große Entwurf" stellt eine der spannendsten Fragen unserer Zeit: Woher kommt das Universum? Aus dem Urknall? Wenn ja, was war davor? Oder braucht es doch einen Schöpfer, der diese riesige Welt mit all seinen beinahe unglaublichen Wundern wie dem Leben auf der Erde erschaffen hat? In Der große Entwurf versucht Hawking eine Antwort zu geben.

 

Eine Autobiographie ist das Buch "Meine kurze Geschichte". Hier lernst du Stephen Hawking als Forscher, aber auch ganz privat kennen. Weder jammert Hawking noch findet er Platz für Selbstmitleid – mit viel Humor, auch Ironie, gewährt er Einblicke in das Leben eines außergewöhnlichen Forschers und Menschen.

 

Obwohl ich ihn nur von Medien – Fernsehsendungen, Büchern, der Big Bang Theory – kenne, wird mir Stephen Hawking fehlen. Seine Einsichten, seine Stimme für die Wissenschaft, seine unvorstellbare Stärke. „There is no God“, hat er als Atheist gesagt, und deshalb auch nicht auf ein Leben nach dem Tod gehofft. Viel hinterlassen hat er auf jeden Fall.