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Die Schrift des Todes - C. J. Sansom (historischer Kriminalroman)

„Die Schrift des Todes“ ist ein Roman aus einer Serie von historischen Kriminalromanen, die in England in der Zeit Heinrichs VIII (in den 1540er-Jahren) spielen. Du weißt schon, das ist der, der insgesamt sechs Ehefrauen und Freude daran hatte, diese köpfen zu lassen.

 

„Die Schrift des Todes“ ist der bisher letzte der Serie und handelt von einem Buch, das die Königin, also die aktuelle Gemahlin von Heinrich, geschrieben hat und das gestohlen wurde. Leider enthält es Dinge, die, wenn sie öffentlich bekannt würden, König Heinrichs Hobby, das Köpfen seiner Ehefrauen, wohl um einen weiteren Kopf reicher machen würden. Der „Held“ aller Romane, der kleine, buckelige Londoner Anwalt Matthew Shardlake, soll das Buch wiederbeschaffen und so die Königin retten.

 

Alle Shardlake-Romane sind großartig. Das liegt zum einen an der schon erwähnten Hauptperson, die alles andere als der klassische, mutige, kampfgestählte und frauenerfahrene Held ist. Der nicht 27 Feinde, von denen er angegriffen wird, problemlos niedermetzelt und dessen Frisur anschließend immer noch perfekt sitzt. Shardlakes einzige Waffe ist sein Verstand.  Und diese Tatsache macht aus den Sansom-Krimis (der Autor stammt übrigens aus Schottland) schon unabhängig von den Inhalten etwas Besonderes, weil das Antiheldentum der Hauptfigur völlig neue dramaturgische Erfahrungen möglich macht.

 

Zum anderen ist das, was diese Krimireihe zu einem wahren Genuss macht, die Fähigkeit des Autors, die Welt, die er beschreibt, lebendig werden zu lassen. Das England dieser Zeit ist geprägt vom gnadenlosen Kampf zwischen Katholiken und Protestanten, wo keiner dem anderen traut und Bespitzelungen und Gewalt an der Tagesordnung sind. In den Büchern wird die gesamte Welt hervorragend beschrieben, richtiggehend gemalt: vom Alltag des kleinen Bürgers über die gesellschaftlichen Verhältnisse und das damalige Rechtssystem bis hin zu einem Königshaus, wo ein immer mehr von Krankheit und Verfall gezeichneter, tyrannischer König die absolute Macht eines Gottes hat und trotzdem nicht alles weiß. Echte historische Fakten werden mit der fiktiven Krimigeschichte perfekt verwoben.

Das Buch gibt's hier.

 

Meinung: Großartig! Für mich eines der Bücher für die einsame Insel. Jeder neue Krimi der Reihe war so spannend, dass ich ihn kaum mehr aus der Hand legen konnte. Viele Wendungen, glaubwürdige Charaktere, mit denen man mitleben kann und das Hineingesogen-Werden in das London und England im 16. Jahrhundert lassen mich schon jetzt gespannt auf den nächsten Fall für Matthew Shardlake warten.

Das Buch gibt's hier.

 

 

Inhalt (Story, Wissen, Recherche): 100

Sog-Effekt: 100

Sprache: 100

Spannung: 100

Wertung: 100